Von cob auf Mittwoch, 03. Juni 2026
Kategorie: Fußball

Kreisklasse wir kommen/ Zweite gewinnt das Relegationspiel gegen Attenkirchen in der Nachspielzeit

​Nach dem vorletzten regulären Spiel gegen Eching war es Gewissheit: Die Zweite hatte sich für die Relegationsspiele zur Kreisklasse qualifiziert. Schon dieser Erfolg war mit großer Begeisterung gefeiert worden – doch was würde erst passieren, wenn auch das Entscheidungsspiel gegen Attenkirchen gewonnen würde? Die Antwort darauf sollte an diesem Abend eine geradezu legendäre sein. Bis dahin aber mussten Spieler, Betreuer und Fans zunächst ein Spiel überstehen, das an Dramatik kaum zu überbieten war.

Die Marzlinger präsentierten sich dabei als hervorragende Gastgeber. Das Team des Platzinhabers kümmerte sich an beiden Seitenlinien um die Versorgung der laut offiziell gezählten  636 Zuschauer, während der Stadionsprecher die Atmosphäre zusätzlich anheizte, ausführlich informierte und unter anderem den Marzlinger Bürgermeister Thomas Sellmeir sowie Attenkirchens Rathauschef Matthias Kern begrüßte. Schon vor dem Anpfiff war zu spüren: Dieser Abend würde kein gewöhnlicher Fußballabend werden.

Vor dieser eindrucksvollen Kulisse und mit so vielen mitgereisten Fans im Rücken war schon vor dem Anpfiff zu spüren, wie „heiß" beide Mannschaften auf dieses Spiel waren. Nach einer kurzen Phase des Abtastens übernahmen die VfB'ler zwar zunehmend die Kontrolle, doch die erste Riesenchance gehörte Attenkirchen: In der 8. Minute kratzte Leon Piwowarrska (Piwo) den Ball für den bereits geschlagenen Keeper Domenic Romanowski gerade noch von der Linie – eine Aktion, die sich später als spielentscheidend herausstellen sollte. Die Antwort ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Noah Tiefenbacher nutzte einmal mehr eine Schwäche in der gegnerischen Defensive eiskalt aus und brachte den VfB mit 1:0 in Führung. Lange währte die Freude allerdings nicht, denn nur wenige Minuten später gelang Attenkirchen in der 16. Minute der Ausgleich zum 1:1. Von da an nahm die Partie spürbar an Härte und Intensität zu: Es wurde verbissener, zweikampfstärker, emotionaler. Als Attenkirchen in der 82. Minute per Kopf sogar das 2:1 erzielte, schien der Traum vom Aufstieg plötzlich zu zerbrechen. Doch die Hallbergmooser stemmten sich mit aller Kraft gegen die drohende Niederlage. In der 86. Minute war es Leon Würzinger, der nach einem beherzten Abschluss das umjubelte 2:2 erzielte und seine Mannschaft damit in die Verlängerung rettete. Und dort folgte die nächste Explosion der Emotionen: Nur drei Minuten nach Wiederanpfiff traf Noah Tiefenbacher erneut und schoss den VfB mit dem 3:2 auf Aufstiegskurs. Der Jubel kannte keine Grenzen. Bitter wurde es nur kurz darauf für den Doppeltorschützen, der in der 97. Minute kurz vor seiner Auswechslung noch die Gelb-Rote Karte sah. Doch selbst in Unterzahl verteidigten die VfB'ler ihre Führung mit Leidenschaft, Wille und letzter Kraft. Attenkirchen fand keinen Weg mehr zurück – und so stand am Ende fest: Dank dieses dramatischen Sieges spielt der VfB in der kommenden Saison in der Kreisklasse.

Co-Trainer Maurice Altermann zeigte sich nach dem Abpfiff tief bewegt: „Für mich war das einer der schönsten Tage überhaupt – ich war selten so glücklich. Beim 1:0 hat Noah Tiefenbacher genau das ausgenutzt, was wir schon in der Videoanalyse gesehen hatten, und eiskalt zugestochen. Das 1:1 war dann natürlich sehr unglücklich, gerade in einer Phase, in der wir dem 2:0 sehr nahe waren. Und als in der 82. Minute das 2:1 für Attenkirchen fiel, wurden wir wieder mit einem Problem konfrontiert, das uns die ganze Saison begleitet hat: unsere Anfälligkeit bei Standards. Umso größer war dann der Respekt vor der Reaktion der Mannschaft. Nach der Kopfballverlängerung von Robin Riemensberger auf Leon Würzinger und dem Ausgleich zum 2:2 war wieder alles offen. Und nach dem 3:2 von Noah Tiefenbacher gab es für mich und alle draußen nur noch pure Ekstase – niemanden hielt es mehr auf seinem Platz. Als dann der Schlusspfiff ertönte, brachen alle Dämme."

Und tatsächlich gab es nach dem Schlusspfiff kein Halten mehr. Besonders Maurice Altermann, der in der kommenden Saison als U19-Trainer zu seinem früheren Verein FC Schwaig zurückkehrt, kostete diesen besonderen Moment in vollen Zügen aus – so intensiv, dass er sich beim ausgelassenen Feiern sogar am Fuß verletzte. Es war der schmerzhafte, aber wohl schönste Beweis dafür, wie groß an diesem Abend die Freude über einen unvergesslichen Aufstieg war.

Auch für  Jens Joshua Balden, den langjährigen Spieler, Trainer und Co-Trainer, der  Zweiten bzw. Dritten Mannschaft war es ein emotionaler Abend. " In den letzten Monaten habe ich immer wieder Probleme mit meinem Knie gehabt und da ich immer 100 % gebe, habe ich mit entschieden auf zu hören. Dieses Spiel war wohl letztes Spiel!"